Polaroid SX 70

Zunächst einmal braucht man das richtige Filmmaterial. Dieses kommt von der holländischen Firma IMPOSSIBLE aus Enschede. Der Film trägt ebenfalls die Bezeichnung SX 70 und ist erhältlich in B&W und Color. Je 8 Aufnahmen für um die 20 Euro. Für alle diejenigen die jetzt aufstöhnen ( “Oh wie teurer”) sei darauf hingewiesen, in früheren anlogen Zeiten kostete so ein Diafilm mit Entwicklung und Rahmung auch schnell 12 Euro. Der hatte zwar 36 Aufnahmen, war aber schneller voll wie einem lieb war. Da gingen im Jahr schon so einige Hundert Euro drauf für Filmmaterial.
Mein Color- Film ist schnell und unkompliziert in die Kamera eingelegt. Zunächst spuckt die Kamera das Deckblatt aus. Die Firma IMPOSSIBLE zeigt sich von ihrer kreativen Seite und hat jedes Deckblatt mit einem lustigen oder tiefgründigen Spruch versehen. Bei mir steht heute: “This no longer exists”
Mein erstes Foto ist schön verschwommen und leicht überbelichtet. Also kalibriere ich die Kamera eine Stufe am Blendenrad runter. Die ASA des Films wird zwar mit 160 auf der Packung angegeben, aber die Emulsion scheint produktionstechnischen Schwankungen zu unterliegen.
Das Fotografieren selbst geht mit der Kamera  einfach, wenn man sie erst einmal auf bekommen hat! Man muss ziemlich beherzt ziehen, um sie aufzuklappen und das auch noch an der richtigen Stelle. Nach kurzer Eingewöhnungphase funktioniert das aber recht gut.  Die Schärfe anhand des Schnittbildprismas wird am Drehrädchen manuell eingestellt, dann muss man nur noch abdrücken. Achtung, das Bild was jetzt ausgegeben wird, sofort vor Licht schützen, zum Beispiel im original Filmkarton, den habe ich immer dabei. Dank der verbauten Glaslinse des Objektivs haben sie alles an Bord für ausgezeichnete Bildqualität. Die Kamera neigt bei schlechteren Lichtverhältnissen zu Verwacklern. Denn die interne Belichtungssteuerung steuert oft automatisch die längeren Verschlusszeiten an. Steuerbar ist das für den Fotografen kaum. Behelfen  kann man sich mit einem Aufsteckblitz der Firma MINT aus Hongkong. Das Halten der Kamera ist für Neulinge recht ungewohnt, man muss ständig aufpassen den inneren Balgen nicht zu berühren. Eigentlich kann man die Kamera nur auf die Handfläche legen und von unten festhalten.
Das fotografische Ergebnis: Ein Foto mit einer gewissen Aura. Es wirkt wie aus der Zeit gefallen, pastellfarben und leicht unscharf. Ein echtes Unikat, herrlich unperfekt. Übrigens neigt das Filmmaterial systembedingt zu Farbstichen aller Art (Weissabgleich ade!). Wenn sie also schon immer mal wissen wollten, wie Blau die sogenannte “blaue Stunde”  in Wirklichkeit ist, nur zu, hier haben sie die beste Möglichkeit das zu testen.
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