Polaroid Snap

 

Revolution oder Reinfall?

Die Firma PLR IP Holdings ist der Rechteinhaber an dem Markennamen “Polaroid”. Unter diesem Namen bringt die Firma verschiedene Sofortbildkameras auf den Markt, die mehrheitlich mit einer patentierten Zink Technologie arbeiten, ein Thermo-Verfahren, das ohne Tinte oder Entwickler auskommt. Wahrscheinlich könnte so tatsächlich die Zukunft der Sofortbildfotografie aussehen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Die Kamera:

Die Polaroid Snap kommt ohne Bedienungsanleitung, dabei ist die Bedienung nicht wirklich selbsterklärend. Da beginnt schon mal eine nervige Suche im Internet. Also gut, Papier einlegen (Achtung englisch Kenntnisse erforderlich! “Must Load, Barcode facing down”, alles klar?). Dann die Kamera starten, indem man auf den Sucher drückt und dieser ausklappt und fotografieren. Ob man jetzt tatsächlich ein Foto gemacht hat, ist zunächst nicht klar. Der Auslöser hat überhaupt keinen Druckpunkt und das Auslösegeräusch ist ein nur sehr leises kurzes Piepsen. Nach einer Minute erscheint dann doch langsam das Foto. An der Kamera lässt sich noch einstellen, ob das Foto mit oder ohne Rahmen sein soll soll. Ausserdem gibt es eine Einstellung für S/W oder pastellfarbige Fotos. Nach 5 Minuten geht die Kamera aus und man muss erneut den Sucher schliessen und wieder öffnen, um die Kamera zu starten, auch nervig. Die Bilder werden auch mit 10 MB auf eine einschiebbare Micro-SD Karte gespeichert. Ist kein Filmmaterial eingelegt, wird das Bild ebenfalls auf dieser gespeichert, ein späteres Ausdrucken mit der Kamera ist nicht vorgesehen.  Es lassen sich bis zu drei Fotos hintereinander aufnehmen, die dann intern gespeichert und nach und nach ausgedruckt werden. Die Fotos sind übrigens selbstklebend, eine gute Idee.

20 Fotos kosten ca. 15 Euro.

Die Bildqualität:

Das kleine Bild ist in etwa so gross wie ein Foto der Fuji Instax Mini. Aber die Bildqualität ist leider unterirdisch schlecht, blaustichig und streifig. Mein 2 Jahre altes Einfach-Smartphone macht wesentlich bessere Bilder (siehe Fotobeispiel). Der Fotospaß hält sich also in Grenzen und ich weiss nicht für wen so eine Kamera sinnvoll sein soll. Die ganze Kamera wirkt wenig durchdacht. Ein Fotograf war bei der Entwicklung sicherlich nicht dabei. Die Fotos auf der Speicherkarte sind etwas besser aber auch nur auf dem Niveau einer günstigen Einsteiger-Kompaktkamera.

Mein Tipp:

Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, die Bildergebnisse sind noch nicht konkurrenzfähig. Eine Schweizer Computerzeitschrift schrieb über diese Kamera, sie sei eine “echte Spassbremse”, dem ist nichts hinzuzufügen.

Bildbeispiele:

                                      Polaroid Snap

                                     Aufnahme Motorola G4

                                      Polaroid Snap: blauer Himmel, die Streifen sind hier gut zu erkennen.