Die Polaroidstory

Polaroid, lange Zeit das Synonym für Sofortbildfotografie, war eine echte amerikanische Erfolgsgeschichte.  1937 wurde die Firma von dem Erfindergenie Edwin Herbert Land gegründet. Der Physiker Land hatte auch einige Semester Chemie studiert, das verhalf ihm zu einer grossen Entdeckung. Die Erfindung einer Polarisationsfolie. Bis zur ersten Kamera, die dieses Prinzip für die Fotografie nutzen konnte, sollte es dann noch eine Weile dauern. Am 21.2.1947 war es dann soweit. Die erst Sofortbildkamera der Welt wurde der Öffentlichkeit präsentiert. Diese arbeitete mit so genanntem Trennbildfilm.

Der nächste grosse Schritt passierte 1972 als Edwin Herbert Land dem überraschten Publikum eine Falt-Kamera vorstellte, die ein Sofortbild direkt als Positiv herausgab, die “SX 70 Landcamera”. Diese Kamera wurde für die Firma Polaroid ein umwerfender Erfolg.
Die edel anmutende SX 70 der ersten Jahre kostete damals stolze 200 Dollar. Inflationsbereinigt wäre das heute ein Preis von ungefähr1000 Euro. Also der Preis einer gehobenen  digitalen Spiegelreflex. Technik steckte nicht allzu viel im ersten Modell. Eine elektronische Belichtungssteuerung war das einzige elektronische Bauteil. Scharfstellen musste man noch manuell. Einen Akku hatte die Kamera ebenfalls nicht, die Batterien befanden sich jeweils in der Filmkassette. Diese steuerten dann den Auswurf der belichteten Bilder und die Belichtung. Die Einfachheit der Konstruktion hat heutzutage den Vorteil, dass viele Modelle aus dieser Zeit noch funktionstüchtig sind. Nach dem Motto wo nicht viel dran ist, kann auch nicht viel kaputt gehen.

Polaroid wurde einer der grössten Firmen Amerikas. In den Hochzeiten beschäftigte man weltweit über 20.000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von ca. 3 Milliarden. In den folgenden Jahren wurden die verschiedensten Kameramodelle auf den Markt gebracht, die alle auf dem gleichen Prinzip beruhten. Später gab es noch eine neue Filmemulsion mit einer höheren Empfindlichkeit , die 600er Serie. Die schlichte Designeleganz der SX 60 wurde allerdings nie wieder erreicht. Man versuchte es mit der Billigschiene. Kunstoffgehäuse und Plastikobjektive erschlossen immer weitere Käuferschichten.

Die Erfolgsstory schien wie eine unendliche Geschichte bis zur Erfindung der digitalen Fotografie. Deren Durchbruch war der Untergang der Firma Polaroid. Im Jahr 2008 meldete sie endgültig Konkurs an.

Einen begeisterten Einzelkämpfer haben wir es zu verdanken, dass es heute noch Filmmaterial für die alten Polaroidkameras gibt. Dr. Florian Kaps
kaufte nach zähen Verhandlungen mit der Firma Polaroid die europäische Fabrikationsstätte für Polaroidfilme in Enschede, Holland und gründete mit einem ehemaligen Polaroidmanager die Firma  IMPOSSIBLE. Diese musste dann aber die Filmemulsion von Grund auf neu entwickeln, weil einige Chemikalien nicht mehr oder nicht schnell genug verfügbar waren. Ein echter Kraftakt. Aber es gelang und die Besitzer der Millionen noch auf der Welt vorhandenen Kameras konnten sich mit Filmmaterial versorgen. Es handelt sich also nicht um die Originalfilme, sondern quasi um eine Art Nachbau. Damit haben sich Farben und Entwicklungszeiten verändert. In der Leuchtkraft kommen die Impossibelfilme nicht ganz an das Original heran.